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Prolog

Nichts. Kein Gefühl, kein Gedanke. Sie steht nur da, versucht ihm in die Augen zu schauen, herauszufinden, ob er es ernst meint. Doch sie kann nicht, zu groß ist die Angst, die Wahrheit zu sehen. Es bleibt nichts mehr übrig, kein letztes Wort, das gesagt werden muss, keine letzte Geste, die getan werden muss. Sie dreht sich um, läuft davon, allein. Mit jedem Schritt den sie weiter geht, kommen mehr und mehr Gefühle: Schmerz, Wut, Trauer, Angst, Scham. Tränen steigen ihr in die Augen, doch sie unterdrückt sie, lässt keine Schwäche zu.
Erst daheim, wo niemand sie sieht, gibt sie sich ihren Gefühlen hin. Sie liegt im Bett, mit dem Blick fest die Decke fixiert, regungslos, es überwältigt sie. Alles um sie herum steht still, als gäbe es keinen nächsten Tag, keine nächste Stunde, keine nächste Minute und keine nächste Sekunde. Nichts mehr, was vorher wichtig war, ist mehr von Bedeutung, nichts mehr ist mehr wichtig. In der Ferne klingelt ein Handy, es dringt immer mehr zu ihr durch. Sie nimmt ab. EiIne Stimme dringt ihr ans Ohr: "Ist es vorbei?" Die Anwort ist in ihrem Kopf, sie will sie aussprechen, laut herausschreien, aber alles was sie herausbringt ist ein Schluchzen, erst leise, dann immer lautert. Sie will es unterdrücken, doch sie hat keine Kraft mehr. Kein weiteres Wort muss gesagt werden und kein weiteres Wort  kann sie sagen. Sie legt auf.
Erneut breitet sich Leere in ihr aus, jedoch ist diesmal etwas anders. In diesem Moment legt sich ein Schalter in ihrem Kopf um, der ganze Schmerz wird nach Hinten gedrängt. Zu groß ist die Trauer, die Scham als dass sie mit diesen Gefühlen hätte weiterleben können. Was nun noch übrig bleibt ist Gefühlslosigkeit und eine unendliche Leere. Ihr Leben lang hat sie sich gefragt, wie es sich anfühlt, verlassen zu werden. Jetzt weis sie es und mehr als sie jemals hätte wissen wollen.
Nur fage sind die Erinnerungen an jenen Abend, es ist als würde ein Schatten über diesen Ereignissen liegen, als hätte sie es nicht selbst miterlebt, sondern wäre nur ein unbeteiligter Zuschauer gewesen. Doch die Narbe auf ihrem Herzen beweist, dass es nicht so war.

5.6.14 22:10

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